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02.11.2014  11:00 - 12.04.2015 18:00

Alles schön und gut‽

Perfekte Körper, glänzende Luxusgüter, traumhafte Landschaften, süße Kätzchen... Die Ausstellung führt medienübergreifend Malereien, Fotografien, Skulpturen, Videoarbeiten und Installationen 17 zeitgenössischer Künstler zusammen, deren gemeinsames Thema das Spiel mit dem schönen Schein ist.

Die Werke tauchen ein in glitzernde Konsumwelten, schweifen entlang übersteigerter Schönheitsideale und edler Oberflächen, setzen sich mit trügerischen Sehnsüchten, Heimatidyllen und überspitzten Klischees auseinander; Alles schön und gut‽ fragt nach dem Realitätsgehalt hinter den Fassaden des Idylls.


Und so räkeln sie sich nun im Stroh oder im Martiniglas, die schönen Frauen, die sich jedes Gramm abgehungert haben, oder blicken uns abgründig lasziv entgegen; wilde Schimmel galoppieren am Meeressaum; Comic-Helden fliegen durch pinke Blütenblätter; Kätzchen spielen mit bunten Schmetterlingen; Luxusliner bieten Hyperkomfort bis zur Sterilität und die überbordende Kuckucksuhr antwortet keck auf das leuchtende Neon-Kruzifix. Abwegige Flucht vor der Realität oder Symptom der Zeit? 
Aufdringliche Betonung des schönen Äußeren, Inszenierung von Traumwelten, Darstellung arkadischen Glücks: Sind diese konstruierten Idyllen grundsätzlich nur trügerische Illusionen oder gelingt es ihren Urhebern mit ihnen aufzurütteln? Drastisch provoziert die gewählte Bildsprache die Leere des Versprechens einer heilen Welt – auch wenn oder vielleicht gerade weil diese im niedlichen Katzenkostüm daherkommt.


Von Anfang an hat die Gerisch-Stiftung mit ihrem Ausstellungsprogramm jenes idyllische Arkadien künstlerisch befragt, das Skulpturenpark und Jugendstilvilla so perfekt ausstrahlen. Bereits 2007 hat Olaf Nicolai hat mit seinem Glaszaun auf die trügerische Schönheit gehäkelter Fassaden verwiesen. Doch noch nie ist die Frage nach dem Hintergrund des schönen Scheins mit solch scharfem Glanz zum Ausdruck gekommen wie in dieser Ausstellung. Alles schön und gut‽ – oder etwa nicht‽

 

Lavanya Boesten • Anna Borowy • Martin Eder • J Henry Fair • Uwe Henneken • Malgosia Jankowska • David LaChapelle • Hans Op de Beeck • Mel Ramos • Marco Reichert • Julika Rudelius • Anne-Marie von Sarosdy • Stefan Strumbel • Ivonne Thein • Thukral & Tagra • Nikolai Winter • Thomas Wrede

  • Marco Reichert: Barbie II, 2011
  • Blick in den Ausstellungsraum: Anna Borowy, Martin Eder
  • Ivonne Thein: ohne Titel 04, aus der Serie Zweiunddreißig Kilo, 2008 © VG Bildkunst Bonn
  • Anne-Marie von Sarosdy: Bonds of Love, 2008
  • Stefan Strumbel: Monopol Clock, 2013
24.12.2014  00:00 - 01.01.2015 00:00

Feiertage

Von Mittwoch, 24. Dezember (Heiligabend), bis einschließlich Freitag, den 1. Januar 2015 (Neujahrstag), sind Ausstellung und Skulpturenpark geschlossen.