Die Remise

Von der Garage zum Ausstellungsort – Die Geschichte der Remise

Der heutige, aufwändig modernisierte neue Ausstellungsort „Remise“ wurde durch die großzügige Spende von Klaus Groth, Berliner Unternehmer, langjähriger Wegfährte und enger Freund von Herbert Gerisch, ermöglicht. Ein langgehegter Wunsch konnte so in Erfüllung gehen.

Der Verleger Karl Wachholtz, der Mitte der 20er Jahre die nach ihm benannte Villa von seinem Onkel, dem Erbauer Paul Ströhmer erwarb, beauftragte das Neumünsteraner Architektenbüro G. Planck und F.W. Hain mit dem Entwurf einer Garage für seine beiden Horch-PKWs. Diese wurde 1926 als Ziegelrohbau mit einem Dach aus roten, holländischen Pfannen gebaut.

Die Garage war groß genug, um auch eine beheizbare Unterkunft für den Chauffeur zu bieten. Ebenso waren kleine Reparaturen und Wartungen in diesem neuen Gebäude möglich. An den Bau schloss sich eine kleine Laube aus Holz an, die den Namen „Hinselmann‘sche Gartenlaube“ trug, anscheinend noch von dem ursprünglichen Besitzer der Grundstücke an der Schwale stammend, dem Brauereibetreiber D. H. Hinselmann.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel das Gebäude zusehends. Direkt gegenüber baute sich Hermann Marsian in den 70er Jahren einen modernen Bungalow und errichtete auf dem Fundament der mittlerweile abgerissenen Laube einen Pferdestall. So kam vermutlich später der Gedanke auf, dass es sich bei der „Remise“ um das ehemalige Kutscherhaus handelte.

Die Familie Marsian verkaufte dann im Jahre 1987 Haus, Garage mit Pferdestall und das dazu gehörige Gartengelände von 1800 m² an den Unternehmensberater Heinz Surmann und zog nach Schillsdorf bei Neumünster.

Dieser gesamte Komplex wurde Herbert und Brigitte Gerisch im Jahre 2005 zum Kauf angeboten. Der Erwerb ermöglichte die sinnvolle Zusammenlegung dreier Grundstücke, des ehemaligen Wachholtz Grundstückes, des Surmann Geländes und des Privatgeländes des Stifterehepaares. So konnte dann erfolgreich der großzügige 3 ha große Skulpturenpark realisiert werden.

Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch die Garage grundlegend restauriert und diente fortan erneut als funktionsfähiger Unterstallplatz für die Wagen von Herbert und Brigitte Gerisch und auch regelmäßig als besonderer Ausstellungsort.

Ob David Zink Yi mit seinem Riesenkalmar aus Keramik während der Ausstellung „Back to Earth“, Videoinstallationen von Hans op de Beeck oder Lichtinstallationen von Mischa Kuball – die „Remise“ ist bereits in der Vergangenheit immer wieder Ort eigenständiger Kunstpräsentationen gewesen.

Junge Künstler, Einzelpositionen aus dem eigenen Bestand oder Ergänzungen zu laufenden Ausstellungen sollen hier zukünftig gezeigt werden. Am 3. Oktober wurde dieser neue Kunstort mit dem Künstler Stephen Cone Weeks und seiner Ausstellung „Der Vogel die Pforte das Feuer“ feierlich eröffnet.